»Viva Mussolini«

- »Viva Mussolini« Die Aufwertung des Faschismus im Italien Berlusconis
Autor: Aram Mattioli
Seiten: 201, broschur
Ferdinand Schöningh
€ 19,90 (D)
ISBN 978-3-506-76912-1
Italien erlebt seit 1993/94 eine irritierende Aufwertung des Faschismus,die in Westeuropa ihresgleichen sucht. Aram Mattioli nimmt die revisionistische Geschichtspolitik von Berlusconis Rechtbündnis als Anzeichen für die innere Befindlichkeit des "Bel Paese" ernst; er analysiert sie als Ergebnis und Symptom eines umfassenden Gesellschaftswandels, der auch die politische Kultur nachhaltig veränderte.
Diese historisch informierte Gegenwartsdiagnose belegt, dass die Zweite Republik auf ihrem Weg in die "Postdemokratie" (Colin Crouch) schon weit vorangekommen ist.
Silvio Berlusconis Aufstieg zum mächtigsten Mann Italiens wurde durch einen tief gehenden Kulturwandel ermöglicht. Die Gesellschaft rückt nicht nur nach rechts. Das vom "Cavaliere" angeführte Bündnis baute die Erinnerungskultur immer mehr in ihrem Sinn um. Weshalb konnte der Faschismus im "Bel paese" wieder salonfähig werden?
In die gleichermaßen brisante Analyse des prominente Italienkenners Aram Mattioli werden nicht nur Politikerreden, Memoiren, Bestseller und Filme einbezogen, sondern auch Gedenkrituale, Fernsehdiskussionen und die Errichtung von lokalen Denkmälern.
Kurz, der populistisch und zunehmend illiberal regierende Mailänder Medienmogul hat das Land weit mehr verändert, als selbst informierte ausländische Beobachter meinen. Zur Anomalie des heutigen Italiens gehört, dass der grassierende Geschichtsrevisionismus nur noch von einer Minderheit als Skandal empfunden wird.
Eine souveräne und konzise Darstellung des gesellschaftlichen Wandels in Italien von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart.
Autor
Aram Mattioli, Dr. phil., geboren 1961, lehrt als Professor Neueste Geschichte an der Universität Luzern. Internationale bekannt geworden ist er durch seine Bücher zur Geschichte des Antisemitismus und der italienischer Faschismus. Er schreibt für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit und die Berliner Zeitung.
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